Ausschnitt einer City

Depression und die Gesellschaft

Depression und Burnout– das sind die Schlagwörter unserer Zeit! Leider wird bewusst auch sehr viel Schindluder damit getrieben. Da man die Symptome leicht vortäuschen kann, öffnet man hier Tür und Tor, um verlängerte Krankenstände zu bekommen. Was früher die Rückenbeschwerden waren, sind heute die Depressionen und das Burnout. Auch ist diesen Personen nicht bewusst, dass sie somit alle wirklich Erkrankten in ein schlechtes Licht rücken. Diese müssen sich im Falle eines Krankenstandes und einer Behandlung vielfältigen Fragen stellen, damit sie ihre Krankheit beweisen können.

Die Stellung der Depression in unsere Gesellschaft ist eine zwiespältige. Sie ist je nach sozialer Schicht einerseits eine anerkannte Erkrankung und andererseits wird sie belächelt und als asozial dargestellt. Sie mutiert auch zu einer Volkskrankheit und wird von manchen Menschen gezielt eingesetzt. Doch schauen wir uns dies einmal genauer an.

Man kann unsere Gesellschaft grob in drei Schichten unterteilen:

Die Oberschicht: Das sind jene Menschen, die materiell gut aufgestellt sind. Sie besitzen Villen, große Wohnungen, mehrere Autos, Motorräder und fahren ein paar Mal im Jahr in Urlaub. Meist sind sie Unternehmer oder Manager von großen Firmen oder sie bekleiden eine gut situierte Anstellung beim Staat. Finanziell haben sie aus- und vorgesorgt.

Die Mittelschicht: Dazu zählen jene Menschen, die durchschnittlich verdienen, ihr kleines Häuschen, ihre kleine Eigentumswohnung besitzen, 1-2 Mal pro Jahr in Urlaub fahren und ihr Leben genießen. Diese Schicht ist auch jene, die am meisten zur Finanzierung unseres Sozialsystems beiträgt.

Dann kommen die Schwächsten der Gesellschaft. Sie hatten nicht so viel Glück im Leben oder wollten sich nicht bemühen, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Sie müssen mit dem Mindesten auskommen. Hier findet man aber auch verschiedene Typen. Manche sind zufrieden mit diesem Leben und genießen es. Manche wünschen sich mehr, tun aber nichts dafür und erwarten von der Gesellschaft, die Verantwortung für sie zu übernehmen. Dann gibt es auch solche, die durch ein Unglück, sei es der Verlust des Arbeitsplatzes, ein Todesfall oder eine Scheidung, den Boden unter den Füßen verloren haben und so ganz unten gelandet sind. Diese Menschen sind auch meist depressiv und finden auch nicht alleine aus dem Kreislauf raus.

 

Die Ausbildung ist auch ein Indikator für die Beurteilung der Depression als Krankheit. Je höher die Ausbildung, desto mehr Wissen verfügt jener Mensch bezüglich Gesundheit, Psyche, Krankheiten.

Menschen der Ober-und Mittelschicht erkennen die Depression als Krankheit an. Sie finden auch nichts dabei, sich von Therapeuten oder Psychiatern helfen zu lassen. Im Gegenteil, die meisten sehen in der Psychotherapie einen wunderbaren Weg, um sich wahrzunehmen, wiederzufinden und neu zu orientieren. Sie reden offen über ihre Therapie und freuen sich an Fortschritten. Auch bei schweren Schicksalsschlägen wird dieser Weg der Genesung eingeschlagen. Der Psychotherapeut oder Psychiater ist ein Arzt wie jeder andere und wird bei Bedarf in Anspruch genommen.

Bei der Mittelschicht gibt es natürlich auch jene, die die Harten spielen. Nichts haut sie im Leben um, sie schlucken alles runter und wer depressiv ist , ist auf gut Deutsch ein Weichei.

Wie kann man sich nur so gehen lassen? Jeder hat Schicksalsschläge, da muss man durch! Jetzt reiß dich mal zusammen! Wenn ich das auch so ernst genommen hätte, dann …..!

Dies sind alles Phrasen, die man dann von diesen Menschen zu hören bekommt. Dies sind auch die abgedroschenen Phrasen, die keinen Sinn machen und uns noch mehr runterziehen, denn man fühlt sich noch schlechter als vorher. Man wird teilweise als willenlos abgestempelt und in eine Schublade gesteckt, aus der man nur mehr sehr schwer herauskommt. Von solchen Menschen muss man sich klar abgrenzen, um sich selbst zu schützen.

 

Dann kommen wir zu der letzten Gruppe der Gesellschaft und hier muss ich sagen, dass ich vorwiegend die ungebildete Schicht meine. Diese kann mit den Worten Depression, Therapie, Psychiater nichts anfangen. Sie vertreten die Meinung, dass nur psychisch Kranke die Hilfe solcher Ärzte in Anspruch nähmen und diese nicht ganz dicht seien und somit in eine Anstalt gehörten. Dies ist leider eine Einstellung, die man auch mit einer guten Argumentation nicht ändern kann, denn diese Menschen sind so verbohrt in ihrer Meinung, dass sie nie davon abweichen. Generell sind das auch Personen, die sehr von sich eingenommen sind und von sich nur das Beste denken. Aber sie bekommen im eigenen Leben nichts geregelt und sind auch nicht erfolgreich. Diese Menschen sind für depressive Personen sehr gefährlich, denn sie haben das Potenzial, sie noch mehr runterzuziehen und sie psychisch noch mehr fertigzumachen.

 

Man findet sie in seinem Umfeld, ob man will oder nicht. Sie sind im Wohnbereich angesiedelt, man hat vielleicht keinen Kontakt, aber man kennt sich. Sie sind vielleicht auch im Arbeitsumfeld zu finden, schnappen aus einem Gespräch etwas auf und schon geht es los. Am schlimmsten ist es aber, wenn sie im Freundeskreis sind. Gerade depressive Menschen, die einsam sind, sind gefährdet, sich solchen Menschen, anzuvertrauen. Dies machen sie nicht, weil sie so naiv sind, sondern weil sie einsam sind. Diese Menschen können gut schauspielern, spielen den guten Freund/ die gute Freundin, fühlen mit dir und die Falle schnappt zu. Man sucht nicht bewusst den Kontakt zu ihnen, er ergibt sich mit der Zeit einfach. Alles, was man diesen Menschen anvertraut, wird sofort weitergetragen und man wird verhöhnt. Gerade in einer depressiven Situation kann das sehr schmerzhaft sein, wenn man vom Umfeld dann die oben genannten Meinungsäußerungen zu hören bekommt. Natürlich fällt das unter Mobbing und es ist sehr schwierig, sich dagegen zu wehren, aber es gibt einige Möglichkeiten. Vor allem, wenn es so schlimm wird, dass der Depressive Suizidgedanken hegt, sollte dieser sofort gerichtliche Schritte einleiten.

Wichtig ist in so einer Situation, sich nicht klein kriegen zu lassen, sich nicht von dem Gerede runterziehen zu lassen. Sofort den Kontakt abbrechen und versuchen, durch positive Menschen und Energien sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.

 

depressiver Jugendlicher sitzt alleine auf einer Bank

 

 

Depression als Volkskrankheit

Depression ist heute eine Volkskrankheit und viele Menschen sind betroffen. Viele sind nur leicht depressiv, andere leiden unter schweren Depressionen. Warum ist das gerade heutzutage so?

Früher hat es auch schwere Zeiten gegeben, aber keine Depressionen.

Nun, so ist es nicht. Früher gab es sicher auch depressive Menschen, nur hat man es nicht so gezeigt, man hatte auch nicht die Zeit dazu.

Wir sind in der glücklichen Lage, dass es uns gut geht. Wir haben alles und wenn es auch ganz schlimm im Leben kommt, wirklich verhungern oder obdachlos muss niemand in Europa sein. Wir haben ein gutes Sozialnetz, das jeden auffängt. Früher war das nicht so. Die Familie hatte einen hohen Stellenwert, Singles gab es kaum. Nur der Familienband konnte eine gesicherte Zukunft bieten. Man half zusammen, unterstützte sich. Scheidungen gab es sehr selten, die waren auch sozial nicht anerkannt. Geschiedene Personen wurden gesellschaftlich gemieden. Da blieb man doch lieber zusammen und bewahrte den Schein einer glücklichen Familie.

Verstarb der Ehepartner oder ein Kind, so trauerte man, aber man hatte nicht so viel Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, denn das Überleben war wichtiger. Das war Ablenkung und Verdrängung. Dies sind die Unterschiede zu heute. Wir brauchen nicht mehr wirklich ums nackte Überleben kämpfen, somit brauchen wir auch nicht unsere Gefühle verdrängen. Tut man es doch, kann man sicher sein, dass diese irgendwann in irgendeiner Art und Weise wieder hochkommen und verarbeitet werden wollen. Denn dies ist das eigentlich Wichtige im Leben: Alles, was du fühlst, solltest du auch verarbeiten. Freud wie Leid.

Verdrängung ist eine Art Schutz des eigenen Körpers. Wenn uns Gefühle so überwältigen, dass wir sie momentan nicht aushalten können, dann verdrängen wir sie. Das heißt aber nicht, dass sie nicht wiederkommen. Sie kommen dann, wenn man für sie bereit ist.

 

 

Wichtig ist, immer zu sich selbst zu stehen. Du bist depressiv, also steh auch zu deiner Krankheit mit allen Symptomen, die dazu gehören. Dies soll jetzt nicht heißen, dass du es jedem auf die Nase binden sollst. Aber wirklich guten Freunden kannst du dich anvertrauen. Prüfe zuerst die Qualität der Freundschaft, damit du sicher sein kannst, dass auch alles vertraulich bleibt.

 

Viele haben auch Angst, es könnte ihrer Karriere schaden, ihnen ihren Job kosten. Dies waren früher sicherlich berechtigte Ängste, treffen aber heutzutage nicht mehr wirklich zu. Dazu kommt, dass man den Arbeitgeber auch nicht mehr über den Grund des Krankenstandes informieren muss. Er kann sich auch nicht selbst erkundigen. Lass dich auch nicht von einigen Besserwissern davon überzeugen, dass du deine Depression lieber runterschlucken solltest. Such dir Hilfe und steh dazu, dann wirst du sehen, wie es dir von Tag zu Tag besser geht. Aber wenn du alles so laufen lässt wie bisher, wirst du auch nicht genesen. Dies sind die schlechtesten Vorschläge, die du bekommen kannst. Und diese Personen, die diese absondern, waren noch nie in so einer Situation und können sich daher gar nicht vorstellen, wie du dich fühlst!

 

Vorsichtig sollte man aber schon im Umgang mit den Sozialen Medien sein. Dies trifft aber generell auf viele Bereiche im Leben zu. Dazu aber mehr in einem anderen Artikel.

 

Abschließen möchte ich dir sagen, dass du dich den sozialen Zwängen nicht unterordnen solltest. Finde deinen eigenen Weg und befreie dich von den gesellschaftlichen Normen. Diese spielen zwar im Leben eine wesentliche Rolle, besonders im Arbeitsleben, jedoch musst du dir selbst immer treu bleiben und zu dir stehen.

Akzeptiere deine Situation so wie sie momentan ist, das heißt also, akzeptiere deine Krankheit und versuche nun, sie zu besiegen.

 

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About the Author Sonja Kieser

Coach gegen Depressionen

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